Warum Elektropolieren?

Je nach Gerätegröße können zahlreiche Teile auf einmal behandelt werden, deshalb großer Durchsatz und Einsparmöglichkeit an Arbeitslohn.

Elektropolierte Teile sind nach der Badbehandlung vollkommen fettfrei. Deshalb kann die nach einer mechanischen Polierung erforderliche Entfettung und Reinigung wegfallen. Außerdem bieten elektropolierte Teile einen guten Haftgrund für anschließend aufgebrachte galvanische Schichten.

Werkstück-Beispiele

Das Elektropolieren erschließt Möglichkeiten für Teile, die auf mechanischem Wege nicht oder nur schwierig poliert werden können, weil sie entweder nicht zugänglich sind (Drahtwaren) oder auf Grund geringer Materialstärke beim mechanischen Polieren leicht deformiert werden. Geprägte, guillochierte oder satinierte Teile lassen sich elektrolytisch polieren, ohne dass die Feinstruktur verändert wird, wie es unter dem Druck der Polierscheibe geschieht. Auch die Abtragung oder Polierung harter Metalle macht beim elektrolytischen Polieren keinerlei Schwierigkeiten. Elektrolytisch polierte Teile aus rostfreiem Chromnickel- oder Chromstahl sind nicht nur durch ihre glatte Oberfläche leicht sauber zu halten und hygienisch einwandfrei, sondern auch wesentlich korrosionsbeständiger, denn sie werden gleichzeitig passiviert.

Bei Teilen, bei denen es um Verminderung der Reibungsverluste geht, kann dies durch elektrolytische Polierung erreicht werden, z. B. bei Wellen, Spindeln, Zahnrädern usw.

Nun gibt es noch unzählige Beispiele von Anwendungsmöglichkeiten, die hier nicht alle aufgezählt werden können. Deshalb bitten wir Sie, uns Ihre Teile zu einer Probebehandlung einzusenden, um für Sie die rationelle Anwendungsmöglichkeit und die speziellen Vorteile des Elektropolierens zu überprüfen.

Wie funktioniert das?

in der Theorie

Das Elektropolieren ist ein elektrochemisches Verfahren. Die zu polierende oder entgratende Ware wird in einem speziell zusammengesetzten Polierbad einige Minuten als Anode geschaltet elektrolysiert. Hierbei wird Metall abgetragen und durch die Zusammensetzung der Polierflüssigkeit und Wahl der richtigen Stromdichte kommt eine Einebnung und Glanzwirkung zustande. Eine Feinentgratung und Polierung kann meist als Parallelvorgang im gleichen Bad erreicht werden, oft auch eine Entzunderung.

und der Praxis

Die Ware wird auf Gestelle gesteckt, ähnlich wie beim Galvanisieren. Die Gestelle werden in das Polierbad eingehängt. Nach Ablauf von 1 - 15 Minuten - je nach Oberflächenzustand der Teile, Anforderung und Metallart - wird die Ware herausgenommen, in Wasser gespült und, falls nicht nass galvanisch weiterbehandelt wird, getrocknet.

Die Bedienung erfordert keine Fachkenntnisse, wenig Wartung. Unsere Bäder sind zuverlässig, ungefährlich (nicht explosiv oder feuergefährlich) und nahezu ohne Geruchsbelästigung, deshalb meist ohne Absaugung eingesetzt. Für eine gute Belüftung ist zu sorgen. Die Bäder sind wirtschaftlich sowohl in Bezug auf Elektrolythaltbarkeit und Verbrauch als auch auf die Abwasserbehandlung.