Informationen zu Lohnarbeiten


Im Gegensatz zum mechanischen Polieren ist das elektrolytische Polieren stark von den Werkstoff-Legierungen, deren Zusammensetzung und Qualität, aber auch deren Vorbehandlung und Verarbeitung abhängig:
Aufträge für Lohnarbeiten müssen die genaue Werkstoffbezeichnung enthalten. In unserem Hause werden im wesentlichen die rostfreien, austenitischen Chromnickelstähle elektropoliert.
(meistens W.Nr. 1.4301)
Gut zum Elektropolieren geeignet sind auch die W.Nr. 1.4401, sowie niedrig gekohlte Stähle unter 0,07 % C-Gehalt vor einer Wärmebehandlung und solche unter 0,03 % C wie z.B. 1.4306, 1.4404 sowie 1.4435.
Bedingt geeignet für das Elektropolieren sind mit Titan oder Niob stabilisierte Stähle wie W.Nr. 1.4541 und 1.4571.

Bei uns angelieferte Teile zum Elektropolieren und –Entgraten müssen entfettet und zunderfrei sein. Sie dürfen nicht mit isolierenden Verunreinigungen, wie z.B. mit Lack- oder Folienspuren behaftet sein. Auch Schlackeneinschlüsse in der Schweißnaht können durch Elektropolieren nicht entfernt werden. Eine Vorbehandlung von Schweißnähten durch Beizen, Bürsten oder Schleifen ist vor der Anlieferung zum Elektropolieren erforderlich.
Weiter ist auch zu beachten, daß die rostfreien Teile nicht mit Werkzeugen behandelt werden dürfen, mit denen zuvor Eisenteile verarbeitet wurden. Hierdurch vorhandene Eisenpartikel können zu Fehlpolierungen und Rostbildungen führen.

Elektrolytisch zu polierende Teile müssen dem Verfahren entsprechend konstruiert sein. Hohlräume, die nicht absolut dicht verschweißt sind, müssen mit ausreichenden Öffnungen zum Spülen durchgängig
versehen werden (eine Öffnung reicht nicht). Bei gebördelten oder genieteten Teilen oder anderen Teilen, die Spalten oder undichte Verbindungsstellen aufweisen, können Probleme entstehen, weil sich solche Teile nicht einwandfrei spülen und vom Elektrolyt befreien
lassen, was zu Fleckenbildungen oder späterer Korrosion führen kann.

Abtragung und Rauhigkeit
Je nach erforderlicher Badzeit, Stromdichte und Temperatur des Bades erfolgt beim elektrolytischen Polieren und –Entgraten eine Abtragung, die im Allgemeinen zwischen 20 und 50 Mikron, in speziellen Fällen auch darüber liegen kann.
Beim Elektropolieren können Oberflächen mit anderen Polierverfahren nicht durch die Rauhtiefenwerte verglichen werden. Trotz größerer Rauhtiefenwerte können sich elektropolierte Oberflächen trotzdem günstiger verhalten, als mechanisch polierte Oberflächen mit
geringeren Rauhtiefenwerten.

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